Texte

In losen Zeitabständen schreibe ich kleinere Texte, Gedichte und Aphorismen. Manche aus gegebenem Anlass, andere aus Lust und Freude, manche aus Trauer und Besinnung.
Wer weiss - vielleicht inspirieren Sie diese für eigene Gedanken und Worte? Eine kleine Auswahl aus älterer Zeit... - die neueren wurden bei einer Neuinstallation des Computers gelöscht.

Diese Texte sind frei verfügbar. Ich freue mich über eine kurze Mitteilung bei einer geplanten Verwendung. Danke!

AUS DER MITTE (2006)

AUS DER MITTE

ZWISCHEN ERKENNTNIS UND WILLE
BAU DIR EINEN TEMPEL DER LIEBE
AUS DEM SICH - STÄNDIG ERNEUERT
DER KEIM DES LEBENS SICH BILDET.

DIE ERDE (2012)

DIE ERDE
EIN LEBENDIGER ORGANISMUS -
AUSATMEND IM SOMMER,
EINATMEND IM WINTER.
AUF DER EINEN SEITE
SO UND SO.

UNS VERBINDET,
WIE TROPFEN ZU TROPFEN,
DIE ICHE JEDES EINZELNEN
MIT MEINEM EIGENEN.

ICH BIN DER ICHBIN.

SO LAUTET ALSO DIE FRAGE
WAS UNS VERBINDET MIT DEM ANDERN, DEM ICH BEGEGNE.

EINE RADIKALE FRAGE
DIE UNS DIREKT
IN DIE MITTE
TRIFFT.

FRÜHJAHR (2006)

NOCH SPIELEN FINGER

UM GEDANKEN
DIR
VOR AUGEN
ZU FÜHREN

SPRACHE IST GEWESEN

ZU KÜNDIGEN
MEINE GEDANKEN DIR
IM GEISTE
LEUCHTEN
ALS SPRACHE

VOR - WEIHNACHT (2007)

FRÜHLING - WIND DER ZEIT
KEIMEND SAMENBRINGEND
IN DIE WELT - DER
ZERFURCHTEN SEELE ERDE
VERWESEND ANGST

SOMMER - WIND DER ZEIT
FRUCHTEND SAMENSPROSS
IN DIE WELT - DER
GESCHUNDENEN SEELEN HOFFNUNG
TRÄNEND LICHT

SCHATTEN LICHT HERZ
MEIN
TAUMELND WAAGE
DEIN UNS - DEIN
STERNENLUST IRDENKRAFT

HERBST - WIND DER ZEIT
TRAGEND WÄRMEFRUCHT
IN DIE WELT - DER
TRAUERND SEELE FREIHEIT
BILDEND ERNST

WINTER - WIND DER ZEIT
KRAFTEND BLÜT ENTREISSEND
IN DIE WELT - DER
ORDNEND SEELE ERDE
TRÄUMEND FREUD

FELDERLINIEN (2007)

DER TROPFEN LIEBEN
DES GESTÄNGELS
UMFASSUNG

FLIESSEND DER KÖRPER
HAAR UND HAUT

DICHTER SIE SENKTEN
TAU IN BLAUEN KELCH
ÖFFNEN ZARTES
HÜLLENDES

WINTER (2009)

GLÖCKELND ENTRÜCKT
DER FERNE KLANG 
IM WINDE
SCHNEES WEHEN

IM FALLEN 
DER LICHTER 
STREBEND FLOCKEN 
- WEISS DIE ZEIT 
WINTER

BASEL (Pfingstmontag 1989)

SO VIELE KLEINE DÄCHER
ERHEBEN SICH ÜBER DER STADT

DIE ANTENNEN
WIE FINGER
HOCH IN DER LUFT

EINBRECHENDE DUNKELHEIT UMGEBEN VON WIND UND LICHT VERZAUBERT DIE NACHT LICHTERMEER

WEITAB KLAPPERN VON GESCHIRR AUTOS IM TRUDEL
DRÖHNENDE SCHIENEN 
GLOCKEN

SANKT MARTIN (2013)

HEILIGER SANKT MARTIN   HEILIG SEI DEIN NAME
DA DU TATEST WIE SONST

KEINER.

DU TEILTEST
UND ERNTETEST
GESPÖTT

DEINER FREUNDE.

DU WAGTEST
UND NAHMST
IN KAUF
DIE VERACHTUNG

DEINER.

DA DU TATEST
WIE SONST
KEINER.

HEILIG SEI DEIN NAME!

FRÜHLINGSHERBST (2007)

IM FRÜHLINGSHERBST ZERRISSEN SIEGESSTAMM
ROTSCHIMMERND ERDENNÄHE
IM BLATT BEGRABEN SURREND
MENSCHENWELT
WIE SCHÖN DU BIST!

GEBURTSTAG (2007)

LÖSEND BANDEN

ERSTAUNTEN GLÜCKS

NICHT ICH WEINTE
OB DEM FRÜHLING

WÄRMEND SCHÜTZ ICH DEN SCHEIN

DER ROTEN KERZE
ÜBER DICH - SCHENKEND DIR
DER TAUBE PRACHT
IM WEISSEN KLEID

EINGESENKT - IM FLUSSES FLIESSENS WEITE

EIN KIESEL
TIEF IM RUBIN

LETZTER TAGE (2007)

SCHMIEDEND FUGEN
ADERLASS - AN UND AN
ZUCKEND GEBÄRDE
VON WEHMUT ROT

STÖCKELND GETRAGENER
FÜSSE - AN UND AN
LINIERT WAHRHAFTIGKEIT
LIPPEN LIDER

FESTIGKEIT TÄUSCHEND
BEWEGT DAS FLEISCH
FÜR MORGEN

NACHGEDÄCHTNIS (2014)

WEINEN.

KLEINE TROPFEN,
VERSTECKT GESCHÄMT
DRAUSSEN, UNTER DER ALTEN KASTANIE.

GEFÜHLE DER TRAURIGKEIT
ÜBERKOMMEN, MICH,
IM ANDENKEN -
DENKEN AN ORTE
DER FROHEN LEICHTEN KINDHEIT,
VOLLER BERGWIESEN
FELSEN
WILDBÄCHE
INSEKTENGESUMM UND DEM GERUCH VOLLER BLÜTEN.

IM RÜCKDENKEN NACH DEM GESPRÄCH.

IM RÜCKDENKEN AN DIE VORWÜRFE,
DEN VORWÜRFEN!

MEHR GELD.
ETWAS VERDIENEN!
NUN SITZ ICH DA.

GETROCKNETE TRÄNEN,
DER TRAUER ENTFLOHN.
DER FRAGE ENTGEGEN:
GENÜGEND GELEBT,
GENÜGEND GELITTEN,
DER KRÄFTE VERBRAUCHT?

SOMMERFLIEGE (April 1989)

ES IST WIEDER SOMMER

ICH SITZ DRAUSSEN
AN EINEM TISCH
MIT BLAU-GRÜNEN TÜCHERN

EINE KLEINE FLIEGE
WINDET SICH NEBEN
DER ASCHE

GESPRITZTER WEIN
EIN BUCH
KAFFEE
UND EINE BRIEFTASCHE

GLEICHESGLEICHEN (März 1989)

DERGLEICHEN UND
DESGLEICHEN GLEICHT

DU BIST GELAICHT
INNERHALB
ETWAS

RUND EIN EI  GROSS
DIE DIE GLEICHEN
DEN ANDERN

SCHAFFENSWALTEN (2007)

IST DIES NICHT EIN LIEBLICH BILD IM LIEBLICHEN WALDE
MIT BLICK AUF FELD UND TAL?

IST DIES NICHT HERRLICH
DES SCHAFFENSWALLTEN?

ZWITSCHERND VÖGEL? STIMMEN
IM ATEM DER REINEN LUFT. ÄON.

GABEN HIMMELSFRÜCHTE
IM WEISSGLANZ.

FALTEN STRIEMEN
LEBENSADERN
SICH SCHÄLEND LÖSEND

YASEMINE (2007)

KÜSSEST DU NICHT
IN DES WILDGARTEN FRÜHLING?
YASEMINE, KÖSTLICHE
- DEINE HAND GREIFT
DES TROMMLERS FEUER.
WÄGESTÄTTEN IM STRICH.

MENSCHENSCHAFFT (2007)

DU FEHLST MIR. OEDE
FORMENDE KRAFT
LEICHTSINNIG ZU GLAUBEN,
SICH ENTBEHREND.

SANFT WACHSENDES LEBEN
SCHWEREN MUTES
LEBENSKRAFT WISSEND

RABENSINN (2007)

MEIN WAHRER SINN

ICH KENN IHN NICHT
DOCH
SCHWARZE RABEN
BEMÄCHTIGEN SICH
DER BÄUME

SCHNEEWITTCHEN (2007)

UND SCHNEEWITTCHEN ERSCHIEN

GEIST FLIEHT SCHATTENSPUREN
AETHER FRAGMENTE  

FEUERTIEFEN GLUT
ZITTERN SEELE
AUS ÄOLENS HAUCH

HERZ - ALLEIN DU
VERMÖGEST DER LIEBE
SEIN UND KRAFT

ERSCHIENST  

IN UNGEDULD
GENÄHRT
MIT HOFFNUNG
UNGESTILLT HEFTIG
VERLANGENS BLUT
HEISS

KERNES (2009)

TRUNKEN, DES GELÄCHTERS TATEN  ENTZWEIT MENSCHENSINN SEIN. PURIFIZIERT, GESPALTEN IN URSÄCHLICHEM UND AKZIDENTIEN ERSCHEINT KERNES SPIEGEL
INNERES IN OBERFLÄCHEN GERITZT MÜSSIG DES MÜSSIGANGES GEGENWART.

GABENSCHENK (2009)

DIE WIPFEL DER
WEIHNACHTSZEIT
KÜNDIGEN

AN SICH 
RHYTHMISCH SPIEL 
KOSMISCHER NÄCHTE

IM UNBEWUSSTEN 
BEWUSST FROHLOCKEN 
GABEN GOTTES

IN FREIHEIT 
DIR ZU EIGEN 
SCHENKEND

LAUBE (2007)

IM SONNENLICHT HELLGRÜN WARZEND LAUB LEBEND
       DER STILLE RAUM

METER UM METER
LICHTGELB FRÜHLINGSKLEID
       SANFT UMWEBT

FRISCHE IN GEBROCHENEM SEEL-DREIKLANG 
       - ROTBRAUN FALLEND

GLEICHHEIT (März 1989)

UND WIEDER
WIEDER GLEICHT EINE SIUATION DER ANDERN

GLEICHHEIT STUMMHEIT

DIE PFERDE DREHEN SICH WIE WILD FELDER AUEN
WIESE UND MAIS
FRÜHLING SOMMER

SCHNELL DER TOD

WIND BLASE
EIN TON
DIE LEITER
REGEN UND SONNE